Seerechtsstiftung

Forschung

Öffentliches Seerecht und Seevölkerrecht

Einen ersten zentralen Forschungsschwerpunkt bildet das öffentliche Seerecht, das sich in eine Reihe von Teilbereichen aufgliedert. Diese umfassen insbesondere

  • Allgemeines Seevölkerrecht und seevölkerrechtliche Streitbeilegung über den Internationalen Seegerichtshof (ITLOS)
  • Besonderes Seevölkerrecht, insb. Rechtsfragen des Kontinentalsockels („continental shelf“) sowie Tiefseebodenbergbau („deep seabed mining“)
  • Internationale Regulierung der weltweiten Schifffahrt über das Rechtsinstrumentarium der International Maritime Organisation (IMO), z.B. MARPOL und weitere IMO-Übereinkommen zum internationalen Meeresumweltschutz
  • Seeschifffahrtsrecht und Piraterie, inkl. Rechtsfragen des Einsatzes privater Sicherheitskräfte an Bord von Handelsschiffen
  • Deutsches und europäisches Recht der Seehäfen
  • Querschnittsbereich: Internationales und nationales Seearbeitsrecht
  • Querbezüge zwischen Seerecht und Energierecht

Seehandelsrecht

Das Seehandelsrecht bildet einen zweiten großen Forschungsbereich am Institut, der sich vor allem Fragen des Privatrechts gewidmet ist. Hier stehen Fragen des Seehafenspeditionsrechts, des Seehandelsrechts und des Seeversicherungsrechts im Vordergrund. Mit der Reform des deutschen Seehandelsrechts (5. Buch des HGB) sowie der Diskussion der sog. Rotterdam-Regeln stellen sich hier insgesamt neue Rechtsfragen. Größere Bedeutung hat in den letzten Jahren das Seekartellrecht gewonnen, das insbesondere das Recht der Konsortien und Linienkonferenzen zum Gegenstand hat. Auch rechtsvergleichende Fragen sowie Entscheidungen aus der internationalen maritimen Schiedsgerichtsbarkeit sind Gegenstand der Forschungsaktivitäten des Instituts.