Seerechtsstiftung

Neue Forschungsprojekte am Lehrstuhl von Professor Proelß

Mittwoch, 08. Dezember 2021

Professor Proelß ist als Leiter der rechtswissenschaftlichen Arbeitspakete an zwei weiteren interdisziplinären Verbundprojekten beteiligt, die vom BMBF im Rahmen der DAM-Mission „Marine Kohlenstoffspeicher als Weg zur Dekarbonisierung“ gefördert werden.

 

Das Projekt „GEOSTOR“ zielt darauf ab, eine „Roadmap“ für die Umsetzung der CO2-Speicherung im Bereich der deutschen Nordsee zu entwickeln. Das rechtswissenschaftliche Teilprojekt untersucht und bewertet die rechtlichen Rahmenbedingungen für die CO2-Speicherung im Meeresuntergrund der deutschen AWZ – und damit im deutschen Festlandsockel.

Es prüft, ob und unter welchen rechtlichen Voraussetzungen Demonstrationsprojekte zur CO2-Speicherung unter der Nordsee durchgeführt werden können, und identifiziert etwaige Reformbedarfe auf den Ebenen des internationalen, europäischen und nationalen Rechts. Zugleich wirkt es an der Entwicklung von Kriterien zur Integration der CO2-Speicherung in die Raumplanung für die deutschen Nordsee sowie an der Identifikation und rechtlichen Bewältigung von Nutzungskonflikten (oder der Herstellung von Synergien), zu denen es in der Folge des Betriebs von unterseeischen CO2-Speicherstätten kommen könnte, mit.

 

Das zweite Projekt, „Test-ArtUp“, untersucht den Einsatz von künstlichem Auftrieb zum Zweck der CO2-Entfernung im Hinblick auf seine technische Anwendung und Optimierung, seine Kapazität zur zusätzlichen CO2-Aufnahme und Langzeitspeicherung, die damit verbundenen Umweltrisiken und ökologischen Nebeneffekte, seine Wirtschaftlichkeit im Sinne einer Kosten-Nutzen-Abwägung sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und Governance-Anforderungen zu untersuchen.

Das rechtswissenschaftliche Arbeitspaket analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der künstlichen Steigerung des ozeanischen Auftriebs zum Zweck der CO2-Entfernung. Es zielt zum einen darauf ab, Rechtsklarheit hinsichtlich der Zulässigkeit sowohl von Feldexperimenten als auch von etwaigen großskaligen Einsätzen zu gewinnen; zum anderen beschäftigt es sich mit der Integration von Artificial Upwelling in das internationale Meeresumweltschutz- und Klimaschutzrecht, um Kollisionen zwischen der CO2-Entnahme und anderen legitimen Meeresnutzungen sowie den Belangen des Meeresumwelt- und Biodiversitätsschutzes zu vermeiden.