Seerechtsstiftung

Evaluierung von Auffangeinrichtungen und Entsorgungsbedingungen von Ladungsrückständen fester Massengüter (ResidLaw)

Freitag, 15. Oktober 2021

Im Rahmen eines einjährigen Drittmittelprojekts gefördert durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) forscht Dr. Valentin Schatz zu Auffangeinrichtungen und Entsorgungsbedingungen von Ladungsrückständen fester Massengüter (ResidLaw).

Der Eintrag von Schiffsabfällen in das Meer wird international durch das MARPOL Übereinkommen, Anlage V „Verhütung der Verschmutzung durch Müll“ adressiert. Ladungsreste von festen Massengutladungen fallen, als Feststoffe sowie als Bestandteil von Waschwasser, unter die in Anlage V geregelten Abfälle. Prinzipiell dürfen von Schiffen keine Ladungsreste von Stoffen ins Meer gelangen, die als schädigend für die marine Umwelt (HME = harmful to the marine environment) eingestuft sind. Darüber hinaus sind Einleitungen von Ladungsrückständen, die als nicht schädigend (non-HME) eingestuft sind, in Sondergebieten nur bei Vorliegen aller Bedingungen nach Anlage V Regel 6.1.2 erlaubt. Alle an deutsche Küsten grenzenden Gewässer sind solche Sondergebiete nach MARPOL Anlage V. Dementsprechend sind in deutschen Häfen Auffangeinrichtungen für diese Abfälle vorzuhalten. Es kann vermutet werden, dass die Schifffahrt die Auffangeinrichtungen vor allem für non-HME Stoffe noch nicht umfassend nachfragt.

Ziel des Projektes ist es daher, anhand der Forschungsergebnisse den Eintrag von Ladungsrückständen fester Massengüter in das Meer durch ihre Entsorgung in den Häfen zu vermeiden. Das Projekt beläuft sich über einen Zeitraum von Oktober 2021 bis September 2022. Auftragnehmer ist das Prüf- und Entwicklungsinstitut für Abwassertechnik an der RWTH Aachen e.V. (PIA). Der Lehrstuhl von Prof. Proelß fungiert hierbei als Unterauftragnehmer, wobei interner Projektleiter auf Seiten des Lehrstuhls/Instituts Dr. Valentin Schatz ist.